Skater auf einer Treppe
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Autor

Mag. Klaus Gregorz
Beauftragter für Qualitätsmanagement

Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit
Karmeliterplatz 2
A-8010 Graz
Tel. +43 316/90 370-121

Kontakt:
klaus.gregorz@dv-jugend.at

Inhalt

  1. 1. Schaffung professioneller Rahmenbedingungen
    1. 1.1 Fördermodell für die Offene Jugendarbeit
    2. 1.2 Qualifizierung von MitarbeiterInnen der Offenen Jugendarbeit
  2. 2. Qualitätsentwicklung im Arbeitsfeld
    1. 2.1 Dokumentation und Evaluation
    2. 2.2 Vernetzung und Kooperation
    3. 2.3 Fachliche Schwerpunktsetzung
  3. 3. Zusammenfassung
  4. Quellen


Aktuelle Rezensionen

Buchcover

Sarah Dieckbreder-Vedder, Frank Dieckbreder (Hrsg.): Das Konzept Sozialraum (Beispiel Bahnhofsmission). Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2016. 235 Seiten. ISBN 978-3-525-70192-8.
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Ricarda Dethloff: Sozialraum­orientierung im Übergang Schule – Arbeitswelt. Tectum-Verlag (Marburg) 2016. 445 Seiten. ISBN 978-3-8288-3697-6.
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Der Steirische Dachverband der Offenen Jugendarbeit: Lobby für professionelle Offene Jugendarbeit

Klaus Gregorz

„Als Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit stehen wir für Fachlichkeit gemäß dem ‚state of the art‘ im Arbeitsfeld Offene Jugendarbeit. Wir verstehen uns als erste Ansprechstelle für alle im Arbeitsfeld Offene Jugendarbeit in der Steiermark tätigen bzw. am Arbeitsfeld interessierten Personen und Organisationen.“ (Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit, 2015, S. 5)

LogoDer Verein „Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit“ besteht seit 1983, seine Mitglieder sind die Trägerorganisationen der Offenen Jugendarbeit in der Steiermark (Vereine, Gemeinden, GmbHs, etc.) mit zusammen rund 70 Angebotsstandorten (Jugendzentren und -treffs, Jugendkulturzentren, Jugendcafés etc.)

Die Leitung des Vereins obliegt einem sechsköpfigen Vorstandsgremium, die Vertretung nach außen erfolgt durch den Vereinsvorsitz und eine vom Vorstand bestellte Geschäftsführung. Im Vereinsbüro sind neben der Geschäftsführung zwei MitarbeiterInnen beschäftigt, die Finanzierung der Infrastruktur sowie der Personalkosten erfolgt über das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft, Fachabteilung Gesellschaft, sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und sonstige Erlöse.

1. Schaffung professioneller Rahmenbedingungen

Der Steirische Dachverband der Offenen Jugendarbeit (kurz: StDV) vertritt die Anliegen und Interessen der AkteurInnen im Bereich der Offenen Jugendarbeit (kurz: OJA) in der Steiermark sowohl gegenüber den AuftraggeberInnen (Kommunen, Land Steiermark) als auch gegenüber der interessierten Öffentlichkeit. In seinem Ziel, dem Arbeitsfeld klare und förderliche Rahmenbedingungen zu verschaffen, steht er in ständigem Austausch mit der zuständigen Fachabteilung des Landes. Dank dieser engen Kooperation konnten in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte in der Professionalisierung der Rahmenbedingungen für die OJA in der Steiermark erzielt werden. Dies betrifft insbesondere die Finanzierungsmodalitäten und die Qualifizierung der MitarbeiterInnen im Arbeitsfeld der OJA.

1.1 Fördermodell für die Offene Jugendarbeit

Gemäß dem Steiermärkischen Jugendgesetz tritt das Land Steiermark in Sachen Jugendförderung als Partner der Kommunen auf, denen die Hauptverantwortung für die Durchführung entsprechender Maßnahmen obliegt. Hinsichtlich der Finanzierung von Angeboten der OJA heißt das, dass die Kosten zu etwa zwei Dritteln von den Kommunen und zu etwa einem Drittel vom Land Steiermark getragen werden.

Um nun diesen Landesbeitrag zur Finanzierung der OJA transparent und für Kommunen und Trägerorganisationen berechenbar zu gestalten, wurde von der Fachabteilung des Landes gemeinsam mit dem StDV ein Fördermodell erarbeitet. Dieses Fördermodell definiert klare und nachvollziehbare Kriterien dafür, welche Angebote der Offenen Jugendarbeit seitens des Landes gefördert werden. Als Förderkriterien gelten u.a.:

  • der Angebotsumfang (zumindest 15 Angebotsstunden pro Woche)
  • die Anzahl der MitarbeiterInnen (mindestens zwei Personen)
  • eine einschlägige Ausbildung der MitarbeiterInnen
  • die kollektivvertraglich geregelte Bezahlung der MitarbeiterInnen

Regionale Verteilung und Planungsstandards

„Ein möglichst ausgewogenes regionales Angebot für alle Kinder und Jugendliche der Steiermarkzu schaffen, ist ein wichtiges Anliegen des Landes Steiermark.“ (Amt der Steiermärkischen Landesregierung 2012: Strategische Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit 2020, S. 16)

Eine Förderung neuer Angebotsstandorte der OJA durch das Land Steiermark kann nur dann erfolgen, wenn seitens des Landes in der jeweiligen Region ein Bedarf nach zusätzlichen Angeboten gesehen wird. Um diese Bedarfsfrage zu klären, müssen sich Kommunen, die einen neuen Angebotsstandort installieren und dafür Landesmittel erhalten wollen, rechtzeitig vor der konkreten Angebotsplanung mit der zuständigen Fachabteilung in Verbindung setzen.

Im Falle einer grundsätzlichen Förderzusage seitens des Landes werden die konkreten Planungsschritte dann vom StDV gemeinsam mit beteiligung.st, der Fachstelle für Kinder- Jugend- und BürgerInnenbeteiligung begleitet. Ein solcher Planungsprozess umfasst folgende Schritte:

  • Erstgespräch, Auftragsklärung
  • Bestands- und Bedarfserhebung
  • Zusammenführung der Ergebnisse, Präsentation, Berichtslegung
  • Unterstützung bei der Konzepterstellung

Die Anwendung dieses Fördermodells hat sich in mehrfacher Hinsicht als vorteilhaft erwiesen: Gemeinden und Trägerorganisationen, die ihre Angebote an diesen Förderkriterien ausrichten, erhalten Planungssicherheit, da sie bereits im Vorfeld erfahren, ob und unter welchen Voraussetzungen sie mit einer Landesförderung rechnen können. Das Land Steiermark hat die Möglichkeit, die regionale Verteilung von Angeboten der OJA (mit-) zu steuern und für das gesamte Arbeitsfeld gewährleistet dieses Modell eine transparente und nachvollziehbare Vergabe der Fördermittel des Landes.

1.2 Qualifizierung von MitarbeiterInnen der Offenen Jugendarbeit

Im Arbeitsfeld der OJA in der Steiermark sind etwa 200 MitarbeiterInnen beschäftigt, die zum überwiegenden Teil über eine einschlägige formale Ausbildung verfügen. Zum Zeitpunkt der Implementierung des hier beschriebenen Fördermodells war jedoch auch eine Anzahl von MitarbeiterInnen im Arbeitsfeld beschäftigt, die zwar teils langjährige Berufserfahrung, jedoch keinen den Förderkriterien entsprechenden formalen Ausbildungsabschluss vorweisen konnten. Um auch diesen MitarbeiterInnen den Erwerb einer entsprechenden formalen (Zusatz-)Qualifikation zu ermöglichen, organisierte das Land Steiermark – in Kooperation mit den beiden steirischen pädagogischen Hochschulen sowie der Universität Graz – einen viersemestrigen Hochschullehrgang für Jugend- und Soziokulturarbeit.

Aktuell wird seitens der Fachabteilung des Landes ein erweiterter, berufsbegleitender (Nachfolge-)Lehrgang geplant, der für die AbsolventInnen eine noch bessere Anschlussfähigkeit hin zu Bachelor- bzw. Masterstudiengängen gewährleisten soll. Dieser berufsbegleitende Lehrgang soll auch praxisbegleitende Module beinhalten, die von MitarbeiterInnen mit formaler Qualifikation (wie z. B. SozialpädagogInnen) als Weiterbildung bzw. zur Begleitung ihres Einstiegs in das Arbeitsfeld der OJA absolviert werden können. Mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Curriculums wurde das Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Graz beauftragt, der Lehrgang soll im Wintersemester 2017/2018 starten.

2. Qualitätsentwicklung im Arbeitsfeld

Der Steirische Dachverband der Offenen Jugendarbeit versteht sich als die Fachstelle für Offene Jugendarbeit in der Steiermark, er begleitet und unterstützt Trägerorganisationen, Einrichtungen und Teams im Arbeitsfeld der Offenen Jugendarbeit Steiermark.

2.1 Dokumentation und Evaluation

Als Fachstelle trägt der StDV dazu bei, die Qualität der Offenen Jugendarbeit in der Steiermark sichtbar zu machen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Um aufzuzeigen, was die OJA in der Steiermark leistet, welche Angebote sie setzt und wie viele Jugendliche sie damit erreicht, entwickelte der StDV eine eigene Online-Datenbank. Mit dieser Software dokumentieren seit 2011 alle vom Land Steiermark geförderten Einrichtungen der OJA ihre Angebote. Dabei werden folgende Datenkategorien erfasst:

  • Anzahl der erreichten Personen sowie der registrierten Kontakte, jeweils nach Angebotsform, Geschlecht und Alter
  • Art und Umfang der Angebote (z. B. Offener Betrieb, Beratungsangebot, Projekte etc.)
  • Geschlecht, Alter, Qualifikation, Anstellungsausmaß, kollektivvertragliche Einstufung der MitarbeiterInnen
  • Bezeichnung, Rechtsform, Kontaktdaten der Trägerorganisationen sowie der Angebotsstandorte

Die Einrichtungen erhalten durch diese Form der Dokumentation eine grafisch aufbereitete Darstellung ihrer Daten, dem Land Steiermark stehen – als derzeit einzigem Bundesland – jederzeit aktuelle Daten über die mit Landesmitteln geförderten Angebote der OJA zur Verfügung. Die gesamtsteirischen Daten werden vom StDV im Auftrag der Fachabteilung des Landes regelmäßig ausgewertet und in einem jährlichen Bericht zusammengefasst.

Das Modell Qualitätsdialog
Für eine umfassende Beurteilung der Qualität von Angeboten der OJA sowie zur Herausarbeitung allfälliger Entwicklungspotentiale bedarf es neben einer rein quantitativen Darstellung der Leistungen zusätzlicher Analyseinstrumente. Mit dem Modell Qualitätsdialog hat der StDV – in Kooperation mit beteiligung.st, der Fachstelle für Kinder-, Jugend- und BürgerInnenbeteiligung – ein standardisiertes Set derartiger Analyse-Tools entwickelt, das es den Fachkräften der OJA ermöglicht, einen umfassenden Blick auf die Ergebnisse ihrer Arbeit zu werfen und sowohl Input und Leistungen als auch Output und Wirkungen systematisch darzustellen.

Als Qualitätsdialog wird dabei ein Evaluations-Prozess bezeichnet, der auf Ebene einzelner Angebotsstandorte stattfindet und den die Einrichtungen der OJA freiwillig in Anspruch nehmen können. Der StDV und beteiligung.st begleiten und moderieren den gesamten Prozess und übernehmen auch sämtliche Datenauswertungs- bzw. Datenaufbereitungstätigkeiten bis hin zur Berichtslegung.

Für die Durchführung einer Evaluation nach dem Modell Qualitätsdialog ist ein Zeitraum von etwa drei Monaten ideal: In dieser Zeit können einerseits alle relevanten Tools zum Einsatz gebracht und die Ergebnisse ausgewertet werden und andererseits können sich zum Zeitpunkt der Ergebnispräsentation noch alle Beteiligten an die Befragungen bzw. an die Workshops erinnern.

Qualitätsdialog Ablauf
(eigene Grafik)
Bild anklicken zum Vergrößern

Im Verlauf eines Qualitätsdialogs werden zunächst die einrichtungsbezogenen Daten aus der Dokumentationsdatenbank aufbereitet und zu entsprechenden steiermarkweiten Daten in Bezug gesetzt. Bereits aus diesem Benchmarking können sich Entwicklungspotenziale ergeben, wenn etwa die Alters- bzw. Geschlechtszusammensetzung deutlich von den gesamtsteirischen Werten abweichen. Hier können auch allfällige zusätzliche Dokumentationsunterlagen der Einrichtungen bzw. Trägerorganisationen eingearbeitet werden (z. B. Umfragen unter Jugendlichen, Projektberichte, etc.).

In einem weiteren Schritt finden unter den seitens der Einrichtung benannten Stakeholdern (z. B. AuftraggeberInnen, Schulen, Vereine, etc.) sowie unter den jugendlichen NutzerInnen der jeweiligen Angebote Fragebogenerhebungen statt. Dabei werden Stakeholder und Jugendliche mittels Online-Fragebögen nach ihrer Meinung zum konkreten Angebotsstandort (z. B. Lage, Ausstattung, Öffnungszeiten, Mitbestimmungsmöglichkeiten, etc.) sowie nach ihrer Einschätzung zur Situation von Jugendlichen in der jeweiligen Standortgemeinde (z. B. Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten, etc.) befragt.

Zusätzlich bzw. ergänzend zu diesen Fragebogenerhebungen können mit Jugendlichen und/oder Stakeholdern Gruppendiskussionen durchgeführt werden, um die Ergebnisse der Befragungen abzusichern bzw. gemeinsam zu interpretieren.

Die MitarbeiterInnen des jeweiligen Angebotsstandorts befassen sich in moderierten Workshops systematisch mit bestimmten Themenbereichen, die in ihrer beruflichen Praxis gerade aktuell sind (z. B. Teamarbeit, Weiterbildung, Angebotsplanung, etc.) und erarbeiten gegebenenfalls konkrete Maßnahmenpläne zu diesen Themenbereichen.

In einem weiteren Schritt werden die Ergebnisse der Datenauswertung, der Befragungen sowie der Workshops vom StDV und beteiligung.st gemeinsam mit den MitarbeiterInnen der Einrichtung aufbereitet und in den Abschluss-Workshop („Runder Tisch“) eingebracht. Im Rahmen dieses Workshops werden den beteiligten Stakeholdern die Ergebnisse des Evaluationsprozesses präsentiert und gemeinsam, also im Dialog, wird festgelegt, welche Entwicklungsschritte sich aus diesen Ergebnissen ableiten lassen.

Diese konkreten, gemeinsam von AuftraggeberInnen, VertreterInnen der Trägerorganisation und MitarbeiterInnen beschlossenen Umsetzungsschritte zur inhaltlichen bzw. organisatorischen Weiterentwicklung werden schriftlich festgehalten und den jugendlichen NutzerInnen in geeigneter Form präsentiert.

Nach etwa einem Jahr wird in einem Reflexionstreffen mit den Stakeholdern überprüft, inwieweit die geplanten Maßnahmen umgesetzt worden sind bzw. welche Entwicklungen durch die Umsetzung dieser Maßnahmen in Gang gesetzt worden sind.

2.2 Vernetzung und Kooperation

Der StDV ist bestrebt, den Austausch zwischen den AkteurInnen der OJA in der Steiermark und darüber hinaus zu fördern und zu begleiten. In diesem Zusammenhang ist der StDV sowohl im Rahmen regionaler Arbeitskreise zum Thema OJA in der Steiermark als auch im bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) aktiv. So sind im Jahresbericht des StDV für 2015 alleine ca. 100 arbeitsfeldspezifische Fach- bzw. Arbeitsgruppentreffen angeführt, bei denen der StDV als Teilnehmer und/oder als Veranstalter aufgetreten ist. Neben dieser Funktion als Vernetzungsdrehscheibe betreibt der StDV auch zahlreiche, meist längerfristige Kooperationsprojekte mit AkteurInnen aus dem Arbeitsfeld der OJA bzw. aus angrenzenden Arbeitsfeldern. Stellvertretend seien hier zwei derartige Projekte beschrieben.

Jugendcoaching und Offene Jugendarbeit
„Jugendcoaching ist ein österreichweites Unterstützungsangebot für Jugendliche ab Ende der Schulpflicht. (…). Es zielt darauf ab, ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen, die ihren Fähigkeiten entsprechen.“ (Sozialministerium Service)

Im Jahr 2014 wurde – ausgehend von einer vom StDV veranstalteten Tagung – in zwei Grazer Jugendzentren das Pilotprojekt „Jugendcoaching und Offene Jugendarbeit/Jugend-zentren“ gestartet. Als Ziele dieser Kooperation zwischen der OJA und dem Sozialministeriumservice wurden u. a. formuliert:

  • Gegenseitiges Kennenlernen der Arbeitsansätze, Prinzipien und Ziele
  • Erreichen von Jugendlichen, die nicht in Beschäftigung, Ausbildung oder einem Training des Arbeitsmarkservice (AMS) sind („NEETS“)
  • Erproben/Erarbeiten von Kooperationsmöglichkeiten zwischen Offener Jugendarbeit und Jugendcoaching
  • Angebot des Jugendcoachings vor Ort und niederschwellig in Form von Einzelberatung, Gruppenarbeit, Workshops, Freizeitaktivitäten, etc.

Die Zwischenbilanz zeigt, dass die Implementierung von Jugendcoaching im Jugendzentrum ein sinnvoller Ansatz ist, um „systemferne“ Jugendliche zu erreichen. Durch eine sehr gute Zusammenarbeit von Offener Jugendarbeit und Jugendcoaching wird das Angebot von allen Beteiligten als sehr positiv erlebt und soll künftig auf weitere Standorte der OJA ausgedehnt werden.

Offene Jugendarbeit und Kunst im öffentlichen Raum
Seit dem Jahr 2008 lädt der StDV in Kooperation mit dem Kunstverein <rotor>, dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark sowie steirischen Jugendzentren immer wieder Künstlerinnen und Künstler dazu ein, gemeinsam mit Jugendlichen deren konkrete Lebensumgebung zu erkunden und mit künstlerischen Mitteln zu bearbeiten. Die Teilhabe der Jugendlichen am gesamten künstlerischen Prozess ist dabei immer ein zentrales Kriterium – von der gemeinsamen Erkundung der Orte und der Ausarbeitung von Fragestellungen bis hin zur Auswahl der Plätze für die bildnerischen Interventionen und zu deren praktischer Umsetzung. Ausgehend vom ExpertInnenwissen der Jugendlichen entstehen so in kollektiven Prozessen öffentlich wahrnehmbare (temporäre) Kunstwerke, die deutlich machen, dass Jugendliche sich für die Veränderungen ihrer Lebensumgebung nicht nur interessieren, sondern auch in der Lage sind, diese zu reflektieren, zu kommentieren und mitzugestalten.

2.3 Fachliche Schwerpunktsetzung

Einen weiteren Bereich der Tätigkeit des StDV bildet die Bearbeitung und Aufbereitung thematischer Schwerpunkte in Form von Fortbildungen, Tagungen und Publikationen.

Fortbildung
Der StDV organisiert in regelmäßigen Abständen Fortbildungsveranstaltungen zu grundlegenden Themen der OJA (z. B. „Recht für außerschulische Jugendverantwortliche“, Beziehung und Struktur in der Arbeit mit Jugendlichen“). Ebenso werden jeweils aktuelle Themen aufgegriffen und in Workshops bearbeitet (z. B. „Rebellion und (Neo-)Salafismus – Umgang mit Jugendlichen, die mit extremistischen Ideologien sympathisieren“).

Fachtagung
Einen Fixpunkt in der Jahresplanung des StDV bildet die Ausrichtung einer jährlichen Fachtagung für das Arbeitsfeld der außerschulischen Jugendarbeit in der Steiermark („wertstatt“). Diese Fachtagung, die regelmäßig von vielen MitarbeiterInnen aus unterschiedlichsten Bereichen der steirischen Jugendarbeit besucht wird, bietet die Möglichkeit, Themen arbeitsfeldübergreifend zu bearbeiten und gemeinsam Ziele und Strategien zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit in der Steiermark zu entwickeln. Die Inhalte und Ergebnisse der Fachtagung werden jährlich in einem Sammelband zusammengefasst und publiziert.

Publikationen
Bereits seit mehr als zehn Jahren veröffentlicht der StDV die Fachzeitschrift Jugend inside. Die Zeitschrift erscheint zwei Mal im Jahr und greift aktuelle Themen im Arbeitsfeld der Offenen Jugendarbeit sowie relevante Forschungsergebnisse zu verschiedenen Themen der Jugendarbeit auf. ExpertInnen aus Praxis, Forschung, Politik und Verwaltung beleuchten darin die verschiedenen Facetten des Handlungsfelds der Offenen Jugendarbeit. Daneben publiziert der StDV in unregelmäßigen Abständen Broschüren und Arbeitsunterlagen zu jeweils aktuellen Themen der Offenen Jugendarbeit in der Steiermark, wie z. B. „Ausstattungsstandards in der Offenen Jugendarbeit“, „Autonome Jugendräume. Ein Leitfaden für die Praxis“. Und schließlich fungiert der StDV als Herausgeber des Qualitätshandbuchs der Offenen Jugendarbeit Steiermark, das einen breiten Überblick über zentrale Aspekte des Handlungsfelds der Offenen Jugendarbeit in der Steiermark bietet: Darin werden die steirischen Qualitätsstandards in Bezug auf Planung, Konzeption, Finanzierung und Ausstattung von Angeboten der OJA (Strukturstandards) ebenso beschrieben wie der in der Steiermark gültige State of the Art der Dokumentation von Leistungen sowie der Darstellung von Ergebnissen, die mit Angeboten der Offenen Jugendarbeit erzielt werden (Ergebnisstandards).

3. Zusammenfassung

Der StDV begleitet seit mehr als 30 Jahren das Arbeitsfeld der OJA in der Steiermark und trägt durch seine Tätigkeit als Interessenvertretung und Fachstelle zur Professionalisierung der OJA in der Steiermark bei. Dass diese Tätigkeit auch über das Bundesland Steiermark hinaus als relevant wahrgenommen wird, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Erfahrungen des StDV auch in die Entwicklung eines österreichweiten Qualitätsmodells einflossen. Auf Basis dieses Qualitätsmodells bietet das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) seit 2016 allen Einrichtungen der OJA in Österreich die kostenlose Nutzung einer Dokumentationssoftware sowie professionell begleitete Qualitätsdialoge an.

Quellen

Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (2012). Strategische Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit 2020. URL: http://www.jugendreferat.steiermark.at/cms/ziel/598193/DE/, abgerufen am 12.07.2016

Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (2016). Merkblatt für Förderungen der Offenen Jugendarbeit. URL: http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokumente/11954638_104109014/c458d268/Merkblatt%20OJA%202016.pdf, abgerufen am 12.07.2016

Sozialministerium Service. Arbeitsmarktprojekte. URL: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Arbeitsmarktprojekte/NEBA/Jugendcoaching/Jugendcoaching, abgerufen am 12.07.2016

Sozialwirtschaft Österreich. (2016). Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich 2016. URL: http://www.bags-kv.at/folder/index.php?ID=4510, abgerufen am 12.07.2016

Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit. (2015). Leitbild. URL: http://www.dv-jugend.at/wp-content/uploads/2015/10/DV_Leitbild_2015.pdf, abgerufen am 12.07.2016

Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit. (2015). Qualitätshandbuch der Offenen Jugendarbeit Steiermark. (zweite, überarbeitete Auflage). URL: http://www.dv-jugend.at/wp-content/uploads/2015/10/QHB_2015_final_Einzelseiten2.pdf, abgerufen am 12.07.2016

Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit. (2016). Statuten 2016 des Vereins "Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit". URL: http:// www.dv-jugend.at/wp-content/uploads/2015/10/DV_Statuten2016.pdf, abgerufen am 12.07.2016


Zitiervorschlag

Klaus Gregorz (2016): Der Steirische Dachverband der Offenen Jugendarbeit: Lobby für professionelle Offene Jugendarbeit. In: sozialraum.de (8) Ausgabe 1/2016. URL: http://4linden.sozialraum.de/der-steirische-dachverband-der-offenen-jugendarbeit.php, Datum des Zugriffs: 20.11.2017

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